Heraus zum 1. Mai 2026! Hier findest du alle Veranstaltungen im Aargau

Medienmitteilungen

1. Mai 2026: Mit prominenten Stimmen, klaren Forderungen und einem entschlossenen Aufruf gegen die Chaosinitiative

Das gesamte Programm zu den Anlässen zum Tag der Arbeit im Kanton Aargau (30. April und 1. Mai 2026): 
https://www.1maiaargau.ch/programm-2026

1. Mai-Zeitung 2026

Aufruf zum 1. Mai von Silvia Dell'Aquila, Präsidentin des AGB

Heraus zum 1. Mai – im Aargau erst recht!

Das Weltgeschehen macht uns allen Sorgen. Die Zukunft wirkt so unsicher wie schon lange nicht mehr. Kriege, wirtschaftliche Unsicherheiten und zunehmende soziale Spannungen prägen unsere Zeit. Gleichzeitig gerät auch unsere demokratische Infrastruktur unter Druck. Rechtskonservative Politik ist seit einigen Jahren im Vormarsch – zum Nachteil von Arbeitnehmenden, Mieter:innen und sozioökonomisch schwächeren Bevölkerungsgruppen. Auch im Kanton Aargau ist diese Entwicklung deutlich spürbar. Seit den letzten Grossratswahlen können SVP und FDP mit Hilfe der EDU im Kantonsparlament ihre rechtskonservative Politik durchsetzen, was sie regelmässig und mit grosser Arroganz tun. Aus dem Kantonsbudget wurden seither noch mehr Beiträge für Bildung, Sozialstaat und Kultur gestrichen, im Namen eines angeblich «schlanken, effizienten Staats» mit tieferen Steuern. Diese Politik schadet dem Grossteil der Bevölkerung und begünstigt vor allem jene, die es am wenigsten nötig hätten. Gleichzeitig scheut sich diese parlamentarische Mehrheit nicht vor zynischer Symbolpolitik. Das zeigt etwa die Motion mit dem Titel «Gleichstellung», die sogar entgegen dem Willen der bürgerlichen Regierung überwiesen wurde. Zynisch, weil es nicht etwa um Massnahmen für einen diskriminierungsfreien Kanton ging, sondern darum, den halben freien Tag am 1. Mai für die Kantonsangestellten zu streichen. Und ganz offen gaben die Befürworter:innen dieses Vorstosses im Parlament zu, dass es sich um einen klaren und gewollten Angriff auf den wichtigsten Tag der Arbeiter:innenbewegung und alles, was dieser Tag darstellt, handelt. Also einen Angriff auf einen Tag, an dem auf der ganzen Welt Menschen für Solidarität und Gerechtigkeit demonstrieren. 

In diesem politischen Klima war die klare Ablehnung der Initiative mit dem irreführenden Namen «Arbeit muss sich lohnen» am 8. März umso wichtiger. Damit hat die Aargauer Stimmbevölkerung nicht nur die völlig sinnlose Kürzung der Sozialhilfebeiträge verhindert, sondern die rechtsbürgerliche Mehrheit im Kantonsparlament klar in die Schranken gewiesen. Dieses Abstimmungsergebnis zeigt: Die Bevölkerung hat genug von einer kurzsichtigen Schlagwortpolitik, die sich gegen die sozioökonomisch schwächeren Bevölkerungsgruppen richtet. Und es hat auch gezeigt: Wenn wir uns alle gemeinsam engagieren, können wir etwas bewegen und die schädlichen Entscheidungen, die im Kantonsparlament gefällt werden, gemeinsam mit der Bevölkerung korrigieren.

Wir müssen dieser Politik in Zukunft wieder entschieden entgegentreten – an der Urne, mit Petitionen und mit friedlichem, aber lautem Protest. Der 1. Mai bietet uns die Gelegenheit, unsere Werte und unsere Forderungen klar und deutlich sichtbar zu machen. Deshalb müssen wir dieses Jahr besonders zahlreich auf die Strasse gehen. Wir müssen die Entscheidungsträger:innen in unserem Kanton daran erinnern, dass sie im Dienst der Bevölkerung stehen, und nicht umgekehrt. Das heisst: Sie müssen für gute Bildung sorgen. Für bezahlbaren Wohnraum. Für starke Sozialwerke. Für faire Arbeitsbedingungen. Und für eine inklusive Gesellschaft, in der alle Menschen ihren Platz finden und sich entfalten können.

Denn die Mitglieder des Grossen Rates verpflichten sich bei ihrer Amtseinsetzung der Kantonsverfassung. Sie geloben, «den Kanton in seiner Einheit und Vielfalt zu gestalten, Freiheit und Recht im Rahmen einer demokratischen Ordnung zu schützen, die Wohlfahrt aller zu fördern und die Entfaltung des Menschen als Individuum und als Glied der Gemeinschaft zu erleichtern». Und wie es die Bundesverfassung noch treffender formuliert: «Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen.» Das sind keine Floskeln. Es ist eine Haltung, auf die sich die Schweizer und Aargauer Bevölkerung geeinigt hat. Und an diese muss die Politik erinnert werden, wie auch an die Verantwortung, die sie trägt. Am 1. Mai und an jedem anderen Tag des Jahres müssen wir die Politik daran erinnern. Und sichtbar machen, wofür wir stehen: für Solidarität, für Gerechtigkeit und für eine Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird.

Hier geht's zur 1. Mai-Zeitung 2026 und zu den Veranstaltungen zum 1. Mai im Kanton Aargau

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